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Selbstmanagement und Gewohnheiten

Owl doodle / bild:buyalex / quelle: flickr cc-byEigentlich ist es ja ganz klar, was zu tun ist. Früh aufstehen, am besten gleich an die wichtigen Arbeiten setzen, Zeitplanung erstellen und regelmäßg Sport treiben. Die bekannten Tipps und guten Vorsätze für ein besseres Selbstmanagement sind leidlich bekannt, es hapert aber meistens an der Umsetzung. Wenn Sie Ihre Arbeitstruktur verbessern oder endlich regelmäßig Sport machen wollen, sind Gewohnheiten der Schlüssel zur Umsetzung.

Das Thema Gewohnheiten hat in den letzten Jahren verstärkt Aufmerksamkeit erhalten, sowohl in der Wissenschaft, als auch in der Selbstmanagementszene. Und das hat einen guten Grund. Die allermeisten Handlungen am Tag sind Gewohnheiten,  die wir ohne großes Nachdenken ausführen. Automatisierte Handlungen haben den großen Vorteil, dass Sie das Gehirn entlasten und uns die Last abnehmen, täglich viele Entscheidungen treffen zu müssen. Gewohnheiten decken also einen Großteil unserer täglichen Handlungen ab und betreffen viel mehr Lebensbereiche, als häufig gedacht wird. Nicht nur das ritualisierte Frühstück, das immer gleich abläuft ist eine Angewohnheit oder der Kaffee mit Milch und Zucker, oder eben die “schlechten” Angewohnheiten wie Rauchen, Naschen, Fernsehen. Auch die Art, wie häufig wir uns am Tag bewegen oder unsere Arbeit ist sehr stark von Gewohnheiten geprägt.

Für das Gehirn ist Gewohnheit gleich Gewohnheit

Ob Sie etwa zu den sportlichen oder eher bequemen Zeitgenossen gehören, hat ganz viel mit Gewohnheiten zu tun. Sportliche Menschen bewegen sich aus Gewohnheit am Tag einfacher mehr, während eher unsportliche Menschen sich an wenig Bewegung gewöhnt haben. Sie werden wahrscheinlich häufiger mit dem Auto fahren anstatt mit dem Rad oder zu Fuß zu gehen, und generell wenig Bewegung oder Beanspruchung suchen. Ganz anders ihre sportlichen Gegenparts, für die ist ein Tag ohne Bewegung undenkbar und das muss nicht heißen, dass sie jeden Tag joggen oder ein Fitnessstudio aufsuchen. Sie integrieren einfach gewohnheitsmäßig mehr Bewegung in den Alltag und das hat bereits deutliche Auswirkungen. Nach einer neueren Studie sind Menschen schlanker, wenn sie den öffentlichen Nahverkehr oder das Fahrrad für ihren Weg zur Arbeit nutzen. Arbeitnehmer, die dagegen in das Auto steigen, haben nach dieser Untersuchung im Durchschnitt 2-3 Kilo mehr Gewicht (Spiegel Online 2014: Kein Auto: Wer mit Bus und Bahn pendelt ist schlanker). Für das Gehirn macht es keinen Unterschied, welche Gewohnheit Sie haben. Jede Angewohnheit läuft in relativ festen Bahnen ab und hat die Tendenz sich zu verfestigen.

Gute und schlechte Arbeitsgewohnheiten

Genauso ist es mit Arbeitsgewohnheiten. Sie werden wahrscheinlich feststellen, dass sie eine bestimmte Art haben anzufangen und Ihre Arbeit zu beenden. Dass Sie auf eine bestimmte Art Probleme lösen oder dass Sie Ihre Aufgaben nach dem immer gleichen Muster planen oder eben dazu neigen, kleine Zeichnungen beim Telefonieren zu machen. Auch Prokrastination kann eine Gewohnheit sein, wenn Sie beispielsweise immer dieselben Aufgaben (Steuer, Vorbereitungen usw.) aufschieben und vielleicht auch noch eine gewohnheitsmäßige Routine haben, wie Sie sich ablenken. Wenn Sie immer im Web surfen, auf Social Media Seiten aktiv sind oder Serien schauen, wenn sie EIGENTLICH doch an der wichtigen Aufgabe sitzen sollen, dann haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Prokrastinationsgewohnheit.

Die gute Nachricht lautet: Gewohnheiten lassen sich ändern, mit etwas Aufwand, aber Sie können schlechte Angewohnheiten verändern und sich gute Arbeitsgewohnheiten antrainieren. Gewohnheitsänderungen haben den Vorteil, dass Sie nicht mehr ständig mit viel Wiederstand neue Verhaltensweisen ausüben, sondern diese nach einiger Zeit einfach wie von selbst gehen. Ob Sie Ihren Schreibtisch regelmäßig aufräumen, Ihre E-Mails beantworten oder die Woche planen, anstatt sie auch sich zukommen zu lassen, wenn Sie diese Tätigkeiten als Gewohnheiten in Ihr Leben integrieren, werden Sie bald von ganz alleine ablaufen. Sie arbeiten dann eher mit Ihrem Gehirn, anstatt gegen es. Wie das geht erfahren Sie hier in den nächsten Artikeln und meinen Webinaren zu diesem Thema.