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Warum Meditation produktiver und gelassener macht

20141218-Concentrate-foto-RelaxingMusic-Quelle-flickrDer Googlemanager Chade-Meng Tan gelang eine Traumkarriere im Google-Konzern als Softwareentwickler. Nach einigen Jahren wollte er aber mehr bewegen, ließ seinen Job hinter sich und hält heute Vorträge zum Thema Meditation – für Google. Meditation ist ein Training für ihr Gehirn, mit dem Sie zu mehr Fokus und Gelassenheit in ihrem Alltag finden können.Meditation und Achtsamkeit werden seit einigen Jahren verstärkt wissenschaftlich untersucht. Das Ergebnis vieler Studien ist inzwischen ziemlich eindeutig. Meditation hat tatsächlich signifikante Auswirkungen und diese spielen  sich auch auf einer physiologischen Ebene ab. Menschen die einige Zeit meditieren haben stärkere Vernetzungen der Nervenzellen im vorderen Hirnbereich, eine Region, die vor allem für Selbststeuerung, Willenskraft und Selbstkontrolle zuständig ist. Dieser Befund gab es bereits 2007, als Sara Lazar, eine Neurowissenschaftlerin aus Harvard, Menschen die Meditierten einen MRI-Scan unterzog. Damit konnte Sie zeigen, wie sich die Struktur des Gehirns in einem dreimonatigen Meditationskurs änderte (Sara Lazar 2007: How meditation can reshape your brains). Die zweite strukturelle Änderung betrifft eine Hirnregion im Zentrum des Gehirns, das sogenannte Mandelzentrum, das für die Regulation von Ängsten und Emotionen zuständig ist. Laut der Studie von Sara Lazar haben Menschen, die bereits wenige Monate meditieren, gehen die Aktivitäten und Vernetzungen mit Mandelzentrum (Amygdala) zurück. Diese Region vergrößert sich vor allem durch Stress und Aufregung, Meditation scheint hier die Auswirkungen von Stress zu minimieren.

 

Meditation als Bewusstseinstechnik

Meditation ist also eine sehr wirksame Bewusstseinstechnik, und wesentlich für das Selbstmanagement in der heutigen Welt. Die Technik kommt zwar aus spirituellen Traditionen, aus dem Hinduismus und vor allem des Buddhismus. Meditation ist aber auch eine Technik um einfach besser mit den alltäglichen Anforderungen umzugehen. Die aktuellen Studien und vor allem die Ergebnisse aus bildgebenden Verfahren untermauern dies deutlich. Die strukturellen Veränderungen im Gehirn zeigen sehr deutlich, dass Sie mit Meditation sehr viel gelassener und konzentrierter leben können und das sind handfeste Fähigkeiten, die heute sehr wichtig sind. Die Veränderungen im vorderen Hirnbereich, dem Bereich, der für die Selbststeuerung zuständig ist, lässt Sie fokussierter werden und gleichzeitig gewinnen Sie mit Meditation mehr Ruhe und Gelassenheit. Gerade in der digitalen und getriebenen Arbeitswelt von heute sind diese beiden Eigenschaften zentral!

Neuroplastizität

Der Mechanismus hinter diesen Veränderungen ist die Neuroplastizität. Das bedeutet, das Gehirn passt sich den Anforderungen an und entwickelt stärkere Nervenbahnen für regelmäßig wiederkehrende Aufgaben – und das auch bei Erwachsenen. Wenn Sie ihr Gehirn in bestimmter Weise nutzen, indem Sie beispielsweise Klavier spielen oder jonglieren, werden bestimmte Areale stärker ausgeprägt, in diesen Beispielen etwa Gehirnareale, die für motorische Prozesse zuständig sind (Neuroplastizität: Gezielt das Gehirn ändern). Berühmt geworden ist eine Studie zu Londoner Taxifahrern. Die Stadt ist sehr groß und verwinkelt und enthält sehr viele Sehenswürdigkeiten. Taxifahrer in London, die täglich in dieser Stadt unterwegs sind, haben in der bildgebenden Untersuchung stärkere Verknüpfungen in den Bereichen, die für räumliche Orientierung zuständig sind (Welt 2011: Taxifahrer in London haben mehr graue Zellen).

Das bedeutet, Meditation scheint genauso wie ein Training zu funktionieren. Sie lernen durch die Konzentration auf den Atem und auf Körperempfindungen auch besser, ihre Aufmerksamkeit zu regulieren und mehr Gelassenheit zu entwickeln. Diese Veränderungen haben auch physiologische Grundlagen und sind also keine Einbildung von begeisterten Meditationsanhängern. Meditation ist also eine sehr wichtige Technik, um sowohl fokussierter, gelassener und konzentrierter zu werden. Deshalb ist Meditation meiner Ansicht nach heute geradezu eine Grundlage für erfolgreiches Selbstmanagement.